Ansichten können nicht überleben,
wenn man nicht die Möglichkeit hat, für sie zu kämpfen.
Tomas Mann

Unsere Aberdeen Angus Zucht

† 2020

Liebe Kunden,

Ihnen ist bestimmt bereits aufgefallen, dass unsere Seite die letzten Tage nicht erreichbar war. Und das zu einer Zeit, wo wir doch gerade erst begonnen hatten, unseren Biohof und unsere Idee ins Leben zu bringen. Um Gerüchten vorzubeugen und auch ein ganz klares Zeichen für unsere Werte und unsere Vision zu setzen, haben wir uns entschieden, mit Ihnen die Geschehnisse der letzten Tage zu teilen.

Doch beginnen wir am Anfang. Es begann damit, dass wir morgens im Stall die ersten beiden toten Kälber fanden. Kurz darauf stellten wir fest, dass unsere Tiere das Futter, nicht wie gewohnt, komplett aufgefressen hatten. Wir riefen umgehend unseren Tierarzt hinzu. Dieser stellte zu unserer Überraschung und völligem Entsetzen eine Bleivergiftung fest. Nach Untersuchung unseres Futtermittels, welches wir selbst in Bio-Qualität anbauen, stellte sich heraus, dass sich darin eine Autobatterie befand, die durch den Pressvorgang in den Silage-Ballen gelangt war und dadurch kaputt gegangen ist. Dadurch wurde Bleiacetat freigesetzt, das in das Futter und damit zu unseren Tieren gelangte. Eine Bleivergiftung verläuft in den meisten Fällen tödlich. Die letzten Tage haben wir um das Überleben unserer Herde gekämpft. Leider haben wir diesen Kampf nun verloren. Unsere gesamte Herde ist der Bleivergiftung zum Opfer gefallen, viele starben und einige mussten wir, um sie von ihrem Leid zu erlösen, einschläfern lassen. Weitere Tiere weisen hohe Bleiwerte im Blut auf und sind damit weder für Zucht noch für den Verzehr geeignet und können leider auch nicht auf dem Hof verbleiben. Somit ist unsere gesamte Herde betroffen.

Wie konnte das geschehen?

Zuerst gingen wir davon aus, dass die ins Futter geratene Autobatterie tragische Folge einer unachtsamen Entsorgung war, ohne die Folgen zu bedenken, die damit für Umwelt, Tier und Mensch entstehen können. Weitergehende Untersuchungen des von uns darüber hinaus eingeschalteten Veterinäramtes und der ebenfalls von uns verständigten Kriminalpolizei haben aber ergeben, dass sich in 5 weiteren Ballen Bleiacetat befand.

Zurzeit müssen wir daher leider davon ausgehen, dass das Bleiacetat mutwillig auf unser Feld gelangt ist.

Da noch nicht sicher feststeht, welche der beiden Versionen der Realität entspricht, möchten wir zwei Botschaften mit Ihnen teilen:

Im ersten Fall, also des unachtsamen Entsorgens von Sondermüll in der Umwelt, möchten wir nochmal all unsere Mitmenschen daran erinnern, dass ein solches Verhalten immer Konsequenzen hat. Und zwar weitreichende, wie unser Fall zeigt. Daher bitten wir darum, dass wir alle uns mehr Gedanken um unser Verhalten in unserer Umwelt machen. Sondermüll gehört auf die Sondermüll-Deponie und nicht in unsere Natur! Denn dort schadet er im Endeffekt uns allen. Menschen, Tieren und unserer Lebenswelt. Denn wir alle gehören einem komplexen Kreislauf an, den wir Menschen in seinem ganzen Ausmaß wahrscheinlich noch nicht wirklich begreifen.

Im zweiten Fall, also der mutwilligen Zufügung von Schaden, möchten wir uns an dieser Stelle ganz klar positionieren: Uns und vor allem unseren Tieren wurde ein erheblicher Schaden zugefügt. Den finanziellen Teil lassen wir hier mal ausgeklammert, denn der ist im Hinblick auf das Ausmaß des Leidens, das hier verursacht wurde, wirklich zweitrangig. Wir haben den Biohof gegründet, weil wir eine Vision haben und diese ganz klar mit unseren Werten untermauern. Wir stehen für eine lebenswerte und respektvolle Land- und Tierwirtschaft. Uns ist klar, dass wir als Menschheit eine andere Richtung einschlagen müssen, wenn wir für uns alle eine Welt erhalten bzw. neu erschaffen wollen, in der alle Lebewesen respektvoll behandelt und unsere Nahrung uns gesund erhält, anstatt unseren Körpern Schaden zuzufügen. Aus diesem Grund gibt es den Biohof Böckum und dafür stehen wir mit unserem Namen, unseren Werten von einer ethischen und moralischen Welt, sowie unserer Vision. Und diese werden wir, trotz des schmerzlichen Rückschlages, konsequent weiterverfolgen.

Wir stehen wieder ganz am Anfang und müssen bei Null anfangen. Davon lassen wir uns aber nicht unterkriegen. Im Gegenteil sind wir noch entschlossener, unsere Werte und Visionen mit ganzer Kraft und großer Freude an der Arbeit umzusetzen. Somit hat der behutsame Aufbau einer neuen Herde, die wir, wie auch die vorherige, nach bester Bio-Tradition halten werden, oberste Priorität. Sie erhalten bei uns garantiert nur die beste Qualität. Sie können sicher sein, dass bisher von uns erworbenes Fleisch aus der Zeit vor dem verseuchten Futtermittel stammt. Es geht also zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Ihre Gesundheit von unserem Fleisch aus.

Wir bitten Sie daher um Verständnis, dass der Verkauf unseres Bio-Fleisches vorerst eingestellt ist. Denn auch mit unserer langjährigen Erfahrung in der Aufzucht und Haltung einer Aberdeen-Angus-Herde wird es einige Zeit dauern, bis wir uns erholt haben.

Anschließend werden wir für Sie wie gewohnt wieder bestes Premium-Fleisch in exzellenter Bio-Qualität anbieten.

Wir danken an dieser Stelle allen, die uns unterstützen und sich für uns einsetzen. Unser Dank gilt insbesondere auch den Tierärzten, dem Veterinäramt und der Kriminalpolizei, die uns schnell und professionell geholfen haben, die Krise zu meistern. Ihnen, werte Kunden, danken wir für Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Verständnis und Ihre Treue. Baldmöglich sind wir in gewohnter Qualität wieder für Sie da. Darauf freuen wir uns.

Herzlichst

 

Philip Seibel und Caroline Kerst

Sie waren unser ganzer Stolz

Unsere
Zucht-Bullen